Israel @ S.G.P.G.I.B. / Filme & Ausstellung

Via Facebook (Ajak) (SGPGIB): Im Rahmenprogramm der aktuellen Ausstellung ‚Tel Aviv – Architektur und Streetart‘ (noch bis 19.12) lädt die S.G.P.G.I.B. ein:

10.12.09 ab 20h: Claude Lanzmann ‚Warum Israel‘ (Frankreich 1973; OmU)

11.12.09 ab 20h: ‚Zeugenschaft der Toten‘: ein Vortrag von Dr Christoph Hesse (FU Berlin) über Claud Lanzmanns Film ‚Shoah‘ (Frankreich 1985)
sowie zusätzlich am

17.12.09 ab 20h: Claude Lanzmann ‚Tsahal‘ (Frankreich/Deutschland 91-94)

Wir freuen uns auf euren Besuch!van den 3 Abenden hat die S.G.P.G.I.B. bereits ab 19h geöffnet!bKneipe ansonsten täglich ab 20h Galerie immer Di – Fr 14h – 18h

Kurzes zu den Filmen:

Claude Lanzmanns erster Film ‚Pourquoi Israel‘ – ‚Warum Israel‘ beschäftigt sich mit dem Staat ­Israel und seinem Selbstverständnis, ­seinem ­religiösen und ­politischen Fundament sowie seinen Bürger_innen. »Dieser Film hat einen roten Faden, nämlich: Was ist das: Normalität?[…] Ich zeige in WARUM ISRAEL, dass die Normalität das eigentlich Anormale ist.« Claude Lanzmann Einen guten Artikel dazu unter http://jungle-world.com/artikel/2008/19/21752.html

Sein zweiter Film ‚Shoah‘ ist eine 4-teilige Dokumentation, bestehend aus Interviews und kann wohl als filmisches Standardwerk über die Vernichtung der europäischen Juden im Nationalsozialismus bezeichnet werden. Der Vortrag von Christoph Hesse, mit Ausschnitten aus dem Film, findet in der Galerie statt.
»Es gibt in Shoah keine Sekunde mit Archivmaterial, weil dies nicht die Art ist, wie ich denke und arbeite, und, nebenbei gesagt, solches Material gibt es gar nicht. […] Wenn ich einen Film gefunden hätte – einen geheimen Film, weil das Filmen verboten war –, gedreht durch die SS, in dem gezeigt wird, wie 3000 Juden – Männer, Frauen und Kinder – zusammen sterben, in der Gaskammer des Krematoriums 2 in Auschwitz ersticken, so würde ich ihn nicht nur nicht gezeigt haben, ich hätte ihn sogar vernichtet. Ich kann nicht sagen, warum. Das passiert von selbst.« Claude Lanzmann

‚Tsahal‘ gewährt einen tiefen unzensierten Einblick in die צבא ההגנה לישראל, Tzava haHagana leJisrael, die israelische Armee. Dabei ist aber auch dieser Film an keiner Stelle Propaganda sondern zeigt die Probleme, Ängste und Widersprüchlichkeiten in der Israel, einem Land im permanenten Ausnahmezustand, umgeben von Feinden, die seit der Staatsgründung mit dessen Vernichtung drohen. Er befragt israelische Militärs, Politiker, Palästinenser, Siedler und Schriftsteller aus der Friedensbewegung.

»Ohne Tsahal hätte sich die Frage nach dem Frieden zwischen Israel und seinen ehemaligen Feinden niemals gestellt: Israel würde nicht mehr existieren. […]Er erzählt den langen Weg Israels bis hin zur Anerkennung durch 6 große Kriege hindurch und 46 Jahre permanenter Alarmbereitschaft. Dieser lange Weg wird eines Tages vielleicht zum Abschied von den Waffen führen mit allen damit verbundenen Chancen, Hoffungen und Risiken.« Claude Lanzmann

Einen Artikel dazu auf der deutschen Filmkritikseite http://www.critic.de/filme/detail/film/tsahal-1764.html

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