Street Art / ein Musical von Bronco

Bronco hat auf seinen Flickr einige Auszuege des bald erscheinenden Buches „Street Art: Legenden zur Strasse“ von Katrin Klitzke & Christian Schmidt geladen – besser gesagt Auszuege seines darin enthaltenen Street Art-Musicals!
Das Buch erscheint (wie schon „Street Art: Die Stadt als Spielplatz“) im Verlag des Archivs der Jugenkulturenmehr Infos gibts hier, das Konzept auch im Anhang:

Großstädte sind seit jeher Experimentierfelder für künstlerische und popkulturelle Szenen. Diese prägen das visuelle Erscheinungsbild der Metropolen entscheidend mit. Vor allem die Graffiti der HipHop-Szene gehören spätestens seit den 1980er Jahren zum festen Bestandteil der urbanen Ästhetik internationaler Metropolen. Seit einigen Jahren gesellen sich zu diesen Eingriffen in den Stadtraum neue hinzu: Bilder und Symbole, die mit verschiedenen Techniken und unterschiedlichen Materialien im öffentlichen Raum angebracht werden. Diese werden gemeinhin als „Street Art“ bezeichnet.

Seit Anfang der 1990er Jahre haben sich in US-amerikanischen Großstädten wie New York und Los Angeles erste Street Art-Szenen gebildet. Nach und nach setzte ein Austausch mit interessierten europäischen Künstlern ein. Dabei spielte das Internet als Medium eine entscheidende Rolle. Auch hierzulande hat sich im Zuge dessen eine junge Szene formiert, die sowohl über lokale als auch internationale Netzwerke verfügt. Auch öffentlichwirksame Events waren für diese Szene-Konstitution von Bedeutung. In Deutschland war es vor allem die Graffiti und Street Art-Ausstellung „backjumps – the live issue 1“, die 2003 in Berlin statt fand und ca. 12.000 Besucher anzog. Sie gab den Anstoß für eine stärkere Vernetzung deutscher Street Artists und entfachte ein verstärktes mediales Interesse an Street Art in der BRD. Ein regelrechter „Hype“ entstand um diese künstlerischen Eingriffe in den Stadtraum und Berlin wurde im Zuge dessen zur Hochburg der Szene konstruiert.

In Zeitungs- und Magazinreportagen wurde die Neuartigkeit der Street Art vor allem anhand ihrer Techniken beschrieben. Anstelle des Malens mit der Spraydose wurden Plakate und Aufkleber zur wichtigsten Ausdrucksform erklärt. Diese Veröffentlichungen veranschaulichten zwar die visuelle Bandbreite an Kunstwerken, ließen allerdings zugunsten der Perspektive auf Methoden und Materialien tiefer gehende Reflexionen und Analysen außen vor und blieben damit meist bei einer oberflächlichen Beschreibung von Street Art.

Auch die in den letzten drei Jahren erschienenen Buchpublikationen im deutschsprachigen Raum zum Thema „Street Art“ setzten sich bislang kaum analytisch mit den künstlerischen Eingriffen in den Stadtraum auseinander, sondern verstanden sich vorwiegend als Dokumentationen.

Mit unserem Buch werden wir über die bisherigen Veröffentlichungen hinaus gehen und das Spannungsverhältnis zwischen den unterschiedlichen Perspektiven und Positionen, die sich aus der Fremd- und Eigenwahrnehmung der Szene ergeben, aufgreifen. Wir streben gerade deshalb keine rein wissenschaftliche Publikation an, sondern eine Kooperation zwischen beobachtenden Wissenschaftlern und aktiven Street Artists.

Unsere Publikation ist als Lesebuch konzipiert, in dem sich allgemein verständliche analytische Essays mit literarischen und grafischen Beiträgen abwechseln. Die einzelnen Beiträge sind dabei als Teile eines chronologischen Textablaufs zu verstehen, stehen aber zugleich auch für sich selbst. So wird den Lesern zur Wahl gestellt, das Buch sowohl in einem Fluss als Ganzes als auch selektiv in Teilen zu lesen. Wir möchten also eine Publikation anbieten, die man immer wieder gerne zur Hand nimmt, gerade weil sie verschiedene Formen von Beiträgen in sich vereint und so unterschiedliche Bedürfnisse zu befriedigen weiß.

Mit der Mischung aus wissenschaftlichen Essays und künstlerischen Beiträgen richten wir uns an ein breitgefächertes Lesepublikum. Sowohl die Szene selbst, als auch popkulturell, künstlerisch und wissenschaftlich Interessierte stellen die vorrangigen Zielgruppen dar.

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