potsdam: „Anzeigen bald auf Knopfdruck möglich“

es gibt eine neue kl. kategorie:
-“preszemitteilungen“, in welcher sich ab und an hoffentlich mehr oder weniger intereszante artikel um graffit/streetart/represzion/ whatever finden werden.

den anfang macht ein artikel aus der maerkischen allgemeinen zu anti-graffiti strategien in potsdam (erschienen am 13.11.2006):

+++++++++++++++

Graffitidatenbank fast komplett

4000 Gebäude beschmiert /
Anzeigen bald auf Knopfdruck möglich, doch Hauseigentümer verzichten meist

CORNELIA SCHMIEDER

Nach einem Jahr und zwei Monaten penibler Erfassungsarbeit steht die Zahl der Graffiti in Potsdam fest. Etwa 5000 illegale Schmierereien gibt es an 4000 Potsdamer Bauten, sagt die Koordinatorin des Graffitiprojektes Ursula Löbel. Um das zu ermitteln, potsdamwaren zehn ABM-Kräfte mit Digitalkameras durch die Stadt gelaufen, hatten jeden Fall fotografiert und in eine Datenbank aufgenommen. Neben der Beschreibung des Graffito mit Größe und Untergrund findet sich darin auch der Eigentümer des Gebäudes. Drei Prozent der Taten fanden sich auf Objekten der Stadtverwaltung: Ämter, Bibliotheken, Schulen. 20 000 Euro waren 2006 geplant, die schon fast aufgebraucht seien, sagte Löbel. Der kommunale Immobilienservice (Kis) konzentriere sich bei der Beseitigung vor allem auf den Innenstadtbereich und touristisch bedeutende Gebiete. Unabhängig vom Haushalt würden nur extremistische Symbole, wie Hakenkreuze, sofort entfernt. An weniger sichtbaren Stellen, etwa auf Schulhöfen, könne eine sofortige Reinigung nicht bezahlt werden.

Dabei ist das Graffitiprojekt gerade auf Tempo ausgelegt. Eine zügige Aufnahme und Anzeige der Graffiti, schnelle Beseitigung und eine möglichst flächendeckende Anwendung sind die Pfeiler der Potsdamer Strategie, die im Zuge der Entente-Florale-Bewerbungen beschlossen wurde. Das Tempo bei den Strafanzeigen werde sich in Kürze stark verbessern, kündigte Löbel an. Da die Datenbank nun nahezu vollständig sei, können die Stadt und Pro Potsdam zukünftig neue Fälle auf Knopfdruck der Polizei melden. Damit vereinfachten sich die Dienstwege. Die Polizei könne in der Datenbank zudem nach Schwerpunkten fahnden.

Von einer weiten Beteiligung der Potsdamer Hauseigentümer ist die Verwaltung aber noch weit entfernt. Nur die stadteigene Pro-Potsdam-Holding ist bisher als Partner gewonnen worden. Es laufen Vorgespräche mit den Stadtwerken. Private Eigentümer habe sie noch nicht angesprochen, da die Datenbank bislang noch unter „Kinderkrankheiten“ litt, so Löbel. Die Teilnehmer können künftig den Strafanzeigenservice des Programms nutzen, denn nach einer Gesetzesänderung gelten Graffiti als Straftaten. Bisher stellen nur wenige Eigentümer Anzeigen. Bis September waren in 2006 nur 869 Fälle gemeldet, sagt Andreas Merten, Leiter der Polizeiwache Mitte.

link zum artikel in der maerkischenallgemeinen.

Link:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • email
  • Google Bookmarks
  • HackerNews
  • StumbleUpon
  • Tumblr
  • del.icio.us
  • Netvibes
  • Technorati